Phaeton serienmäßig mit TSS von Beru

Bei hohen Geschwindigkeiten schießt wohl jedem Fahrer hin und wieder der Gedanke durch den Kopf: “Hoffentlich sind die Reifen in Ordnung”. Beim Phaeton, der serienmäßig mit dem Tire Safety System TSS, dem Reifendruck-Kontrollsystem von Beru, ausgestattet ist, braucht der Fahrer auch bei 300 km/h nicht unruhig zu werden: In den Reifen ist alles unter Kontrolle: Druckhöhe, Druckstabilität, Temperatur und Temperaturentwicklung. Selbst bei einer Beschädigung des Reifens, etwa durch einen eingefahrenen Nagel, hat der Fahrer in den meisten Fällen genug Zeit zum Anhalten, denn das System alarmiert ihn in diesem wie in anderen Fällen sofort. Ein Platzen des Reifens infolge eines zu geringen Fülldrucks kann so im Allgemeinen verhindert werden. Die Fülldruck-Daten aller vier Reifen werden permanent über Funk an das Steuergerät übermittelt und dort mit dem Solldruck verglichen. Der Druck erhöhende Einfluss der Reifenlufttemperatur wird dabei herausgerechnet. Bei einem gegenüber dem Solldruck um 0,2 bar verminderten Druck – was meist die Folge des unvermeidlichen, schleichenden Druckverlustes durch Diffusion ist, wird der Fahrer durch eine so genannte “weiche Warnung” aufgefordert, den Fülldruck des betreffenden Reifens zu überprüfen. Diese Aufforderung wird von Zeit zu Zeit wiederholt. Wenn der Minderdruck 0,4 bar überschreitet oder ein schneller Druckverlust von mehr als 0,2 bar/min auftritt, erhält der Fahrer eine “harte Warnung”. Im Kombiinstrument des Phaeton erscheint bei einer weichen Warnung “Reifendrücke prüfen” (gelb); bei einer harten Warnung “Reifenpanne” (rot). In der “Zentralen Anzeige- und Bedieneinheit” (ZAB) werden im Menü “Vehicle” an einem stilisierten Fahrzeug die betroffenen Radpositionen gelb (weiche Warnung) oder rot (harte Warnung) markiert. Bei den hohen Geschwindigkeiten, die der Phaeton erreicht, muss die Radelektronik im Inneren des Reifens sehr stabil und zuverlässig sein: Die Fliehkräfte, die bei den extrem hohen Raddrehzahlen auftreten, sind so groß, dass eine umherfliegende Radelektronik oder Teile davon den Reifen in Sekundenschnelle zerstören würden. Fahrer und Fahrzeug wären extrem gefährdet. Beim TSS ist die Radelektronik, die aus Sensor, Batterie, Sendestufe und Mess-Elektronik und Gehäuse besteht, fest mit dem Metallventil verschraubt. Die Radelektronik ist auch im inneren Aufbau so stabil, dass sie auch bei Geschwindigkeiten von über 300 km/h problemlos funktioniert. Auch hohe Temperaturen und Vibrationen verkraftet das TSS: Es ist funktionssicher bis 120°C, temperaturfest bis 170°C und seine Vibrationsresistenz erlaubt sogar Schneekettenbetrieb. Die gleichen Radelektroniken wie beim Phaeton wurden bei beiden Rekordfahrten des VW-Sportwagen-Prototyps W12 in Nardo (Süditalien) eingesetzt und bis ca. 360 km/h ohne Ausfälle gefahren. Das Reifendruck-Kontrollsystem trug durch die Überwachung des Reifendrucks und der maximal zugelassenen Reifentemperatur wesentlich zum Erfolg der Rekordfahrten bei. Außer im VW Phaeton ist das Tire Safety System TSS von Beru in folgenden Fahrzeugmarken als Serien- bzw. Sonderausstattung erhältlich: Audi, Bentley, BMW, Mercedes-Benz, Ford, Maserati, Land Rover und Porsche. Übrigens: Der Phaeton-V10-TDI ist mit 230 kW (313 PS) derzeit der stärkste Pkw-Dieselmotor der Welt und verleiht dem Auto das Temperament einer Sportlimousine, kombiniert mit einer Laufruhe, die einem 12-Zylinder-Ottomotor gleich kommt. Der Kraftstoffverbrauch ist trotz der hohen Leistung erstaunlich gering: etwa 11 Liter Diesel pro 100 km. Die Glühkerzen für diesen Super-Diesel stammen auch von Beru und haben ein größeres “Vorstehmaß”, d.h. sie ragen fünf Millimeter weiter als gewöhnlich in den Brennraum hinein. Das Kaltstartverhalten wird dadurch so verbessert, das der Phaeton auch bei minus 25°C sicher startet. Für einen runden und sauberen Motorlauf werden die Kerzen nach dem Start drei Minuten nachgeglüht.

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