Landwirtschaftsreifen mit BioTRED in der Entwicklung

Die Landwirte dieser Welt könnten den von ihnen angebauten Mais bald in einem Produkt wiederfinden, in dem sie es wohl nie vermutet hätten: im Antriebsreifen ihres Schleppers. Denn Maisstärke ist die Basis für den Füllstoff BioTRED, der die herkömmlichen Füllstoffe Ruß und Silika teilweise ersetzt. Goodyear testet jetzt den Einsatz des neuen Materials in Landwirtschaftsreifen. BioTRED soll die Reifen leichter, sicherer und haltbarer machen und vor allem aber den Kraftstoffverbrauch senken. Bereits im vergangenen Jahr brachte Goodyear mit dem GT 3 den ersten Reifen mit BioTRED auf den Markt, mittlerweile sind nach Aussagen des Herstellers mehr als eine Million dieser Reifen verkauft worden. Es sei daher nahe liegend gewesen, den Einsatz der umweltfreundlichen Technik auch in anderen Produktkategorien zu prüfen. “Zunächst führten wir Computersimulationen und umfangreiche Labortests durch, um gute Erfolgsaussichten sicherzustellen”, erklärt Greg Camarato, Leiter der Landwirtschaftsreifenentwicklung im Goodyear Technical Center Luxemburg (GTC*L). “Dann produzierten wird für Feldversuche einen speziellen Satz Goodyear DT812-Ackerschlepperreifen mit BioTRED.” Diese Reifen werden nun an der Hinterachse großer, moderner Ackerschlepper mit bis zu 300 PS erprobt. Alle Schlepper im Test sind jeweils mit einem herkömmlichen DT812 und einem BioTRED-Testreifen ausgerüstet; das erlaubt einen Leistungsvergleich unter identischen Bedingungen. “Neben Nordeuropa spielen Mittelmeerländer wie Spanien und Italien eine wichtige Rolle in solchen Tests, da die schweren, steinigen Böden besonders hohe Ansprüche an die Laufflächen stellen”, so Dr. Annette Lechtenböhmer, Teamleiterin der Materialentwicklung für Landwirtschaftreifen. “Wir warten zwar noch auf die Endergebnisse, aber die ersten Berichte sind äußerst vielversprechend. Die Tests haben im Herbst vergangenen Jahres begonnen und werden fortgesetzt, um zu ermitteln, wie die Reifen während ihrer gesamten Lebensdauer abschneiden. Weitere Leistungsdaten werden im Winter verfügbar sein, wenn die Maisreifen eine komplette Saison hinter sich haben werden”, ergänzt Lechtenböhmer.

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