Auszeichnung für Michelin

„Die Goldene Karkasse“ Qualität lohnt sich doch – mit diesem Satz wandte sich Kleine-Möllhof an die Vorstände der Reifenhersteller. Er konnte den 1. Preis der zum zweiten Mal verliehenen Auszeichnung AIR-Karkassen-Award „Die Goldene Karkasse“ an die Michelin-Reifenwerke übergeben. Den zweiten Platz belegen gemeinsam die Unternehmen Continental und Dunlop. Damit zeichnet die AIR (Arbeitsgemeinschaft Industrieller Runderneuerer) die besten und zuverlässigsten Pkw-Reifenunterbauten aus. Die Qualität der 13 in die Wertung gelangten Neureifenfabrikate (Bridgestone, Continental, Dunlop, Fulda, Firestone, Goodyear, Michelin, Uniroyal, Semperit, Toyo, Kleber, Vredestein und Yokohama) schlägt in der Bewertung mit zwei Dritteln zu Buche, die Verfügbarkeit mit einem Drittel. Die AIR, gegründet 1992, ist eine im Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) organisierte Arbeitsgemeinschaft, der derzeit vier Reifenwerkserneuerer anzuhören: Reiff mit der Marke Condor, Schwarz mit der Marke Ökon 2000, Ihle mit der Marke Rigdon und Rösler mit der Marke Rodos (der allerdings schwerpunktmäßig Reifen für Erdbewegungsmaschinen erneuert). Die AIR-Betriebe setzen in 2001 330 Millionen Euro um und beschäftigten 1.510 Mitarbeiter. Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit noch ca. 125 Betriebe (plus ca. 20 Importeure), in denen Reifen runderneuert werden. Die drei AIR-Pkw-Werkserneuerer haben in 2001 etwa 1,1 Millionen M+S-Reifen hergestellt und bringen es damit im Segment M+S-Runderneuerter auf einen Marktanteil von ca. 50 Prozent. Das Produkt der AIR-Mitgliedsbetriebe, der werkserneuerte Reifen, kann immer nur so gut sein wie das Grundmaterial, die Karkasse. Deswegen ist dieser Arbeitsgemeinschaft die Qualität der Neureifenkarkassen ein ganz besonderes Anliegen. Sie verfolgen gemeinsam das Ziel, dass die Neureifenindustrie auch in der Zukunft allergrößten Wert auf Qualitätskarkassen legt. Nur dann können die Werkserneuerer auch weiterhin einen maximalen Sicherheitsstandard für Werkserneuerte garantieren. Als erste Runderneuerer in Europa produzieren alle AIR-Mitgliedsbetriebe nach der ECE-Regelung 108 für runderneuerte Pkw-Reifen. Die daraus resultierende ECE-Kennzeichnung der werkserneuerten Reifen weisen diese als geprüfte Qualitätsprodukte nach internationalen Qualitätsstandard aus. Werkserneuerte Reifen der AIR-Mitgliedsbetriebe sind damit (theoretisch) erstausrüstungsfähig. Werkserneuerte Pkw-Reifen (zur Abgrenzung zu Wettbewerbsprodukten verwenden die AIR-Mitglieder den Ausdruck „Runderneuerte“ nicht mehr) sind Argumente pro Runderneuerung, denn sie entlasten die Umwelt. Bei der Werkserneuerung können im Vergleich zur Produktion eines Neureifen bis zu 70% Energie eingespart werden. Da nur die Lauffläche erneuert wird und der Reifenunterbau, die Karkasse, erhalten bleibt, benötigt man für die Werkserneuerung eines Pkw-Reifens im Durchschnitt nur 5,5 l Rohöl, während ein Neureifen 28 Liter beansprucht. Darüber hinaus entlasten sie die Müllberge. Damit sind Runderneuerte wesentlich besser als ihr Ruf. Wenn die Karkasse von einwandfreier Qualität ist, steht der werkserneuerte Reifen – so sehen es die AIR-Mitgliedsbetriebe – in puncto Qualität und Sicherheit den Neureifen in nichts nach. Deshalb haben die industriellen Runderneuerer in Zusammenarbeit mit TÜV Süddeutschland – TÜV Automotive GmbH (Reifen Test Center) ein umfassendes Qualitäts-Prüfprogramm für Karkassen entwickelt. Aus allen AIR-Mitgliedsbetrieben wurden in den vergangenen zwei Jahren insgesamt ca. 41.600 Reifen von 13 unterschiedlichen Fabrikaten und in insgesamt acht gängigen Pkw-Dimensionen (repräsentieren 50 bis 70 Prozent des Runderneuerungsvolumen): 155/80 R 13, 155/70 R 13, 175/70 R 13, 175/70 R 14, 175/65 R 14, 185/65 R 14, 195/65 R 15 und 185/60 R 14) vor der Werkserneuerung auf technische Qualität hin geprüft. Die Ingenieure des TÜV Süddeutschland – TÜV Automotive GmbH (Reifen Test Center) werteten die Ergebnisse aus und legten damit auch die Reihenfolge der Preisverleihung fest. Werkserneuerte Pkw-Reifen finden vor allem im Winter ihren Einsatz, im Sommer spielen sie praktisch keine Rolle mehr. 12,6 Prozent aller Winterreifen sind Runderneuerte. Über 40 Prozent davon werden in den Betrieben der AIR hergestellt – alle nach strengen, einheitlichen Qualitätskriterien und unter ständiger, freiwilliger Qualitätsüberwachung durch den TÜV Süddeutschland – TÜV Automotive GmbH (Reifen Test Center). Der Rückgang bei Sommerreifen wird von Eberhard Reiff, Sprecher des AIR, auf den scharfen Wettbewerb mit Neureifen aus Südostasien und Osteuropa und den Rückgang bei kleinen Reifen angesichts immer höherer Geschwindigkeiten der Pkw zurückgeführt. (Im Rahmen einer Selbstverpflichtung runderneuern die AIR-Betriebe nur bis Speedindex T.) Neben der genannten ECE-Kennzeichnung tragen alle AIR-werkserneuerten Reifen das AIR-TÜV-Qualitätslogo. Der Einsatz runderneuerter Reifen ist von Region zu Region unterschiedlich. Speziell in Gegenden mit traditionell schneereichen Wintern kann der Anteil bis zu 50 Prozent betragen. Im Vergleich dazu ist die Akzeptanz bei den Profis um ein Vielfaches höher – denn jeder zweite Lkw fährt auf runderneuerten Pneus. Bei Pkw-Reifen beträgt der Preisvorteil der Recycling-Reifen gegenüber Neureifen ca. 40 Prozent, im Nutzfahrzeugbereich ca. 30 Prozent. Eberhard Reiff nennt weitere Zahlen: Knapp 37 Millionen Neureifen wurden in 2001 auf die Räder der rund 42 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw montiert, dazu 2,15 Millionen Runderneuerte (Anteil demnach 5,52 Prozent). Während 23 Millionen neuen Sommerreifen gerade mal 200.000 Runderneuerte gegenüberstehen (Anteil 0,85 Prozent), liegt der Anteil im Wintersegment bei immerhin noch 12,6 Prozent.

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