VDA: Automobilkonjunktur bleibt schleppend

Die Neuzulassungen von Personenkraftwagen lagen im April mit schätzungsweise 303.000 Einheiten knapp 3 Prozent über dem Absatzergebnis des Vorjahres. Saisonbereinigt haben sie sich gegenüber dem Märzwert jedoch um 4 Prozent abgeschwächt. In den ersten vier Monaten dieses Jahres blieben die Pkw-Zulassungen um gut 2 Prozent hinter dem entsprechenden Vorjahresergebnis zurück. Die seit Mitte 1999 spürbare Absatzschwäche hat sich damit in den ersten Monaten dieses Jahres noch keineswegs grundlegend gebessert, wenngleich einzelne Marken eine erfreulich stabile Aufwärtsentwicklung zeigen. Das zweite Halbjahr sollte für den deutschen Markt insgesamt stärkere Impulse aufweisen. Der Export von Personenkraftwagen unterschritt im bisherigen Jahresverlauf das Ausfuhrvolumen der ersten vier Monate 2001 um 9 Prozent. Die Marktberuhigung in einigen für die deutschen Pkw-Hersteller wichtigen Ausfuhrländern (z.B. Italien und Spanien) hat ihre Exportexpansion begrenzt. Im April 2002 fiel die Ausfuhr mit 308.000 Pkw um 4 Prozent höher aus als vor Jahresfrist, saisonbereinigt stagnierte sie jedoch auf dem Niveau der letzten Monate. Die Produktion von Personenkraftwagen übertraf im April zwar ebenfalls das Vorjahresvolumen um 4 Prozent, doch auch die Pkw-Fertigung verharrte saisonbereinigt auf Vormonatsniveau. Bis einschließlich April blieb die Herstellung von Personenkraftwagen in Deutschland mit knapp 1,7 Mio. Fahrzeugen um 10 Prozent hinter dem entsprechenden Vorjahresergebnis zurück. Die Bestandsentwicklung verläuft insofern konform mit der Marktentwicklung. Das Nutzfahrzeuggeschäft bleibt weiterhin schwierig. Der Ordereingang bei den deutschen Transporterherstellern lag in den ersten vier Monaten dieses Jahres 5 Prozent unter dem letztjährigen Bestellvolumen. Dabei stand einem deutlichen Nachfragerückgang aus dem Ausland um 8 Prozent ein leichter Zuwachs aus dem Inland um 2 Prozent gegenüber. Im April haben sich die inländischen Auftragseingänge saisonbereinigt weiter stabilisiert (+1 Prozent), die Auslandsorder unterschritten den Märzwert saisonbereinigt dagegen um 11 Prozent. Die Aufträge im mittelschweren und schweren Lkw-Bereich über 6 t blieben im April sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland saisonbereinigt um 4 Prozent hinter dem jeweiligen Vormonatsergebnis zurück. Im bisherigen Jahresverlauf kam es zu einem kräftigen Nachfragerückgang aus dem Inland um 13 Prozent, die ausländischen Ordereingänge für Nfz über 6 t stagnierten auf Vorjahresniveau. Hierin spiegeln sich die nach wie vor verhaltene Situation in den wichtigsten Industriebranchen, wie auch die Verunsicherung durch die Maut und die Wettbewerbsverzerrungen in Europa wider. Die Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen bis 6 t fielen im April 2002 um 3 Prozent höher aus als ein Jahr zuvor; im ersten Tertial unterschritten sie jedoch das Volumen der ersten vier Monate 2001 um 7 Prozent. Im Bereich über 6 t wurden im April 6 Prozent weniger Nutzfahrzeuge zugelassen. Im bisherigen Jahresverlauf kam es sogar zu einem Rückgang um 19 Prozent. Die Ausfuhr von Nutzfahrzeugen hat sich nach dem starken Einbruch Anfang dieses Jahres in den letzten beiden Monaten wieder gefangen. Im Transportersegment wurden im April 18 Prozent mehr Fahrzeuge exportiert als vor einem Jahr, im Bereich über 6 t waren es 8 Prozent. Unter Berücksichtigung der beiden zusätzlichen Arbeitstage legte der Export von leichten Nutzfahrzeugen um 2 Prozent und der von schweren Lkw um 3 Prozent zu. Im bisherigen Jahresverlauf kam es zu einem Ausfuhrrückgang um 10 Prozent bei den Nfz bis 6 t und im Bereich über 6 t sogar um 15 Prozent. Die Produktion von Nutzfahrzeugen lag in beiden Gewichtsklassen im April um 11 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresvolumen, in den ersten vier Monaten 2002 fiel das jeweilige Fertigungsvolumen jedoch um 18 Prozent geringer aus. Die Lage im Omnibus-Sektor ist weiterhin nicht zufriedenstellend. Die Neuzulassungen blieben im bisherigen Jahresverlauf um 24 Prozent hinter dem Vorjahresvolumen zurück, und auch der Export fiel – trotz einer erheblichen Zunahme der Fahrgestellexporte – um 3 Prozent niedriger aus. Die Produktion von Omnibussen sank bis einschließlich April 2002 um 22 Prozent. Personenkraftwagen Die Produktion von Personenkraftwagen stieg im April 2002 um 4 Prozent auf 450.200 Einheiten. Arbeitstäglich bereinigt (21 Arbeitstage im April 2002 gegenüber 19 im Vorjahresmonat) fiel das Fertigungsvolumen jedoch um 6 Prozent niedriger aus. In den ersten vier Monaten dieses Jahres rollten 1,7 Mio. Pkw von den Bändern, das waren 10 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Der Export von Personenkraftwagen legte im Berichtsmonat – wie die Produktion – um 4 Prozent auf 308.000 Fahrzeuge zu, schwächte sich unter Berücksichtigung der beiden zusätzlichen Arbeitstage jedoch ebenfalls um 6 Prozent ab. Seit Anfang dieses Jahres lieferten die deutschen Hersteller 9 Prozent weniger Personenkraftwagen ins Ausland als ein Jahr zuvor. Der Absatz von Personenkraftwagen übertraf im April 2002 das Zulassungsergebnis des Vorjahresmonats um knapp 3 Prozent auf 303.000 Fahrzeuge. Saisonbereinigt schwächte sich das Zulassungsgeschehen gegenüber März 2002 jedoch um 4 Prozent ab. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland 1,1 Mio. Pkw neu angemeldet, gut 2 Prozent weniger als im ersten Tertial 2001. Die Nachfrage nach deutschen Personenkraftwagen übertraf im April 2002 das Vorjahresniveau um 6 Prozent. Zwar legten sowohl die Bestellungen aus dem In- als auch dem Ausland zu (+9 bzw. +4 Prozent), saisonbereinigt unterschritten sie das jeweilige Vormonatsvolumen jedoch um 5 bzw. 6 Prozent. Seit Anfang dieses Jahres gingen bei den deutschen Herstellern 6 Prozent weniger Auftragseingänge von Personenkraftwagen ein als ein Jahr zuvor. In diesem Zeitraum verfehlten die Order aus dem Inland das Vorjahresergebnis um 5 Prozent, die aus dem Ausland um 7 Prozent. Nutzfahrzeuge Die Produktion von Nfz bis 6 t sowie von Nfz über 6 t legte im April um je 11 Prozent zu. Arbeitstäglich bereinigt verharrten die Ergebnisse jedoch auf Vorjahresniveau. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden jeweils 18 Prozent weniger Transporter sowie schwere und mittelschwere Lkw hergestellt. Die Ausfuhr von leichten Nutzfahrzeugen stieg im April 2002 um 18 Prozent, unter Berücksichtigung der zwei zusätzlichen Arbeitstage konnte noch ein Exportplus von 7 Prozent erzielt werden. Im Bereich über 6 t lieferten die deutschen Hersteller arbeitstäglich bereinigt 2 Prozent weniger Fahrzeuge ins Ausland als vor Jahresfrist. Im bisherigen Jahresverlauf unterschritt das Ausfuhrvolumen von Nfz bis 6 t das Vorjahresergebnis um 10 Prozent, im schweren Segment lag das Minus bei sogar 15 Prozent. Der Transporter-Absatz in Deutschland lag im Berichtsmonat 3 Prozent über dem Vorjahresergebnis und stagnierte saisonbereinigt auf Vormonatsniveau. Im Bereich über 6 t wurden im April 6 Prozent weniger Fahrzeuge zugelassen als ein Jahr zuvor, saisonbereinigt wurde das Vormonatsergebnis um 4 Prozent übertroffen. Seit Anfang dieses Jahres wurden 7 Prozent weniger leichte und 19 Prozent weniger schwere Nutzfahrzeuge abgesetzt. Die Auftragseingänge insgesamt von Transportern lagen im ersten Tertial dieses Jahres 5 Prozent unter Vorjahresniveau. Dabei stand einem Anstieg der inländischen Bestellungen um 2 Prozent ein Rückgang aus dem Ausland um 8 Prozent gegenüber. Im Bereich über 6 t gingen seit Jahresanfang 5 Prozent weniger Order insgesamt ein. Während die Auftragseingänge aus dem Ausland auf Vorjahresniveau stagnierten, schwächte sich die Nachfrage aus dem Inland um 13 Prozent ab.

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