Wabco und Michelin mit Reifendrucküberwachungssystem für Nutzfahrzeuge

Druckverlust in den Reifen ist ein kritisches Problem bei Nutzfahrzeugen Rund 25 % der Fahrzeugpannen bei Nutzfahrzeugen treten aufgrund von defekten Reifen ein; sie sind damit die zweithäufigste Ursache. Nur rund 15 % der Reifenpannen passieren durch eine plötzliche Beschädigung. Die übrigen Pannen beginnen mit einem schleichenden Luftdruckverlust. Der Fahrer bemerkt diesen Druckverlust jedoch meistens zu spät, wodurch schwerwiegende Folgen eintreten können. IVTM für mehr Sicherheit, Mobilität und Profitabilität Sicherheit: IVTM soll den schleichenden Druckverlust erkennen und den Fahrer rechtzeitig warnen – bevor der Reifen eine irreversible Beschädigung oder einen plötzlichen Defekt davonzutragen droht. Der Fahrer kann sofort reagieren und damit die Konsequenzen eines Reifendefekts verhindern. Mobilität: Mit IVTM können Druckverluste rechtzeitig erkannt werden. Im Zeitalter von “Just in time”-Logistik trägt das System damit entscheidend dazu bei, unvorhergesehene und unnötige Stillstandszeiten des Fahrzeugs zu vermeiden. Profitabilität: Mit Hilfe von IVTM können die Reifendrücke auf optimalem Niveau gehalten werden. Dies reduziert den Rollwiderstand und damit die Kraftstoffkosten, außerdem erhöht sich die Lebensdauer und die Runderneuerungsfähigkeit der Reifen. Darüber hinaus werden kostenintensive manuelle Kontrollen des Reifendruckes überflüssig. Schon bei einer einzigen durch IVTM verhinderten Reifenpanne mit all ihren Folgekosten werde sich, so der Anbieter, IVTM in den meisten Fällen bezahlt machen. Systembeschreibung Das IVTM-System besteht aus folgenden Komponenten: · Radmodule, die den Reifendruck messen und die Druckdaten mittels Hochfrequenz-Funkübertragung senden. Die Stromversorgung erfolgt über eine eingebaute Lithiumbatterie mit einer Lebensdauer von mehr als fünf Jahren. Das Radmodul wird außen an der Felge montiert. Dies bietet den Vorteil, dass keine aufwändige Installation von Drucksensoren im Reifen erforderlich ist, das System bei Reifen- oder Radwechsel nicht neu konfiguriert werden muss und dass keine zusätzliche Dämpfung der Funksignale durch den Reifen selbst auftritt. · Ein elektronisches Steuergerät (ECU), das am Fahrzeugchassis montiert wird und die von den Radmodulen empfangenen Druckdaten empfängt und verarbeitet. Die integrierte Antenne empfängt die Druckwerte von sämtlichen Reifen, selbst bei Gelenkbussen. Anhänger bzw. Sattelauflieger verfügen über ein eigenes Steuergerät, das die Druckdaten über Funk an das Zugfahrzeug sendet. Individuelle Konfigurationen mit bis zu zwölf Rädern pro Steuergerät sind möglich. · Ein Display am Armaturenbrett, das den Fahrer optisch und akustisch warnt, wenn der Luftdruck eines Reifens einen kritischen Wert erreicht oder einen kritischen Luftverlust aufweist. Die Position des betreffenden Reifens und sein derzeitiger Luftdruck können einfach per Knopfdruck angezeigt werden. IVTM – speziell für Nutzfahrzeuge entwickelt und getestet Auf der Grundlage von Wabcos jahrzehntelanger Erfahrung in der Entwicklung von Brems- und Sicherheitssystemen für Nutzfahrzeuge wurden sämtliche Komponenten des IVTM-Systems speziell für die besonderen Anforderungen von Lkw, Bussen und Anhängefahrzeugen entwickelt und erprobt: Hoher Reifendruck bis zu zwölf bar, viele Räder und Achsen, langer Radstand, viele metallische Komponenten und tägliche harte Einsatzbedingungen. IVTM basiert auf einem speziellen von Michelin entwickelten Auswertealgorithmus, der sämtliche kritischen Druckabweichungen und Druckverluste sofort erkennt. Das System überwacht die Reifendrücke 24 Stunden am Tag und informiert den Fahrer über jegliche Druckabweichungen, auch wenn das Fahrzeug steht. Außerdem weist das System den Fahrer auf die zu treffenden Maßnahmen hin. Auch in bestehenden Fahrzeugen könne, so der Hersteller, IVTM schnell und unkompliziert nachgerüstet werden. Darüber hinaus ist das System bereits vorbereitet für die Integration in zukünftige Telematik- und Flottenmanagementsysteme. Wann kommt IVTM auf den Markt? Nach intensiven Erprobungen über mehr als sieben Millionen Kilometer wird Wabco IVTM zunächst in Europa vermarkten, sowohl für die Erstausrüstung als auch für die Nachrüstung von Fahrzeugen. Eine Vorserie wird ab Februar 2002 verfügbar sein. Der Serienstart ist für Sommer 2002 geplant. Die Nachrüstung von bestehenden Fahrzeugen wird über das Service-Center-Netz von Wabco und andere qualifizierte Hersteller-Vertragswerkstätten durchgeführt. Wabco repräsentiert einen von drei Geschäftszweigen des Firmenkonsortiums “American Standard Companies” mit Sitz in New Jersey (USA) und gilt als Erfinder von ABS- und EBS-Bremssystemen für Lkw, Busse und Anhänger und ein führender Hersteller von pneumatischen und elektronischen Bremssystemen und anderen Regelsystemen für die Nutzfahrzeugindustrie, ihre Ersatzmärkte sowie ausgewählte Pkw-Segmente. Das Wabco-Produktprogramm umfasst Luftaufbereitung, Bremssysteme, Antriebsstrang, Fahrwerkregelung für Nutzfahrzeuge, Elektronik-Architektur und Pkw-Produkte. Der Umsatz im Jahr 2000 betrug 1,07 Mrd. $. Einflussreichster Produktions- und Entwicklungsstandort des Unternehmens ist Hannover mit seinen deutschen Zweigwerken in Gronau und Mannheim. Als wichtige andere sind die Betriebseinheiten in Frankreich, England und Polen sowie in USA, Brasilien und China zu nennen. Das Service-Center-Netz von Wabco besteht aus rund 400 Stützpunkten in ganz Europa.

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