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Europäisierung der Michelin-Organisation

Konsequent wie kein anderer Wettbewerber hat Michelin in den Ersatzmärkten der Welt eine Mehr-Marken-Strategie umsetzen können. Nachdem sich diese in den USA bereits gut bewährte, kann dasselbe wohl auch für Europa gesagt werden. Dauerhafte erfolgreiche Umsetzung setzt jedoch eine dauerhaft ausreichende Kommunikation voraus. Und Kommunikation kostet Geld, so dass an anderen Stellen Einsparungen vorgenommen werden müssen. Die Michelin-Führung sah die Möglichkeit, durch Aufgabe des jeweiligen Landesmanagements erhebliche Kosten einsparen zu können. Nach wie vor ist Michelin nicht allein bemüht, mehr Marktanteile in den europäischen Ersatzmärkten erreichen zu können, sondern besonders wichtig dabei ist ein möglichst hoher Anteil mit der Premium-Marke Michelin, denn nur mit dieser wird durchweg ausreichend gutes Geld verdient, wenn man vom Feld der Superbreitreifen mal absieht. Neben der Marke Michelin entwickelte sich bis heute die amerikanische Konzernmarke BFGoodrich durchaus erfreulich, wenn auch nicht sprunghaft. Die Produktion von BFGoodrich-Reifen für die europäischen Märkte erfolgt inzwischen auch fast ausnahmslos in europäischen Werken. Dritte Marke im Bunde ist bekanntlich Kleber. Mit dieser Marke erreicht der Konzern durchaus bedeutende Volumina im eher preiswerten Bereich. Michelin ist in den zurückliegenden Jahren in Deutschland besonders mit größeren Handelskunden gewachsen. Bedeutende Umsätze werden mit der Viborg-Gruppe sowie mit ATU erwirtschaftet. Die Zusammenarbeit mit unabhängigen Reifenhändlern soll mit neuen Maßnahmen verstärkt werden. Man will so genannte Allianz-Händler und Bib-Partner kreieren. Die NEUE REIFENZEITUNG berichtet hierüber in Kürze mehr. Europa wird von Michelin in Teil-Regionen aufgeteilt (statt sich an nationalen Grenzen zu orientieren); man spricht nicht mehr vom deutschen Markt, sondern von der ASA-Region (Austria, Suisse, Allemagne). Patrice Kéfalas steuert diese Region von Karlsruhe aus. In Österreich und in der Schweiz sind die Verwaltungsorganisationen mehr oder weniger in Fortfall geraten, aber die Verkaufsmannschaften blieben. Neben Frühpensionierungen ließen sich auch eine Reihe von Kündigungen nicht vermeiden. Großbritannien bildet eine Region für sich, Skandinavien, Benelux und Spanien/Portugal sind zu je einer Region zusammengefasst worden. Lediglich der Heimatmarkt Frankreich ist so groß und so individuell, dass er jetzt und auch in Zukunft für Michelin ein Markt für sich bleiben wird. Auch jenseits des vormaligen “Eisernen Vorhangs” – so in Zentraleuropa – ist die Umstrukturierung nahezu abgeschlossen.

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