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Extra-Auftrag von Ford für Continental

In den USA steht der deutsche Reifenhersteller mit dem Rücken zur Wand. Er wird im laufenden Geschäftsjahr einen hohen Verlust von bis zu 100 Millionen Euro kaum vermeiden können – und das, obwohl die großen Firestone-Schwierigkeiten auch der amerikanischen Tochter viele Zusatzgeschäfte im Ersatzmarkt zugeweht haben. Die große geplante Beteiligung am Erstausrüstungsgeschäft mit Ford/USA ist einstweilen zerplatzt, nachdem die amerikanische Sicherheitsbehörde NHTSA festgestellt haben will, dass der General Ameri 550 S eine weitaus höhere Ausfallquote zu verzeichnen hat als die auszutauschenden Firestone-Reifen. Continental hat die Vorwürfe zurückgewiesen, allerdings sah sich Ford gezwungen, den deutschen Konzern in Nordamerika vorerst von der Lieferantenliste zu streichen. Es wird schon in den nächsten Wochen, vermutlich noch im September, eine Entscheidung dahingehend getroffen werden, ob der in Verdacht geratene General-Reifen zurückgerufen werden muss. Auch das bestreitet der Konzern momentan und streut Gelassenheit aus. Die nun bekannt gegebene erfreuliche Nachricht für Europa soll den Konzern, dessen Aktien inzwischen ins Bodenlose gefallen sind (jedenfalls auf den tiefsten Punkt seit einigen Jahren), wieder in einem besseren Licht erscheinen lassen. Mit dem zu erwartenden Zusatzprofit sollen die hohen Verluste aus dem amerikanischen Reifengeschäft relativiert werden. Im Übrigen sollen die Probleme in USA in hausüblicher Manier erledigt werden. Die Rede ist von einem Kostensenkungsprogramm von bis zu 100 Millionen Euro über die nächsten drei Jahre. Hier wiederholen sich die alten Problemlösungsversuche. Die US-Tochter hat in den vergangenen zehn Jahren eine Kostensenkungsrunde nach der anderen verfolgt und weitaus mehr eingespart, als einer guten geschäftlichen Entwicklung zuträglich sein kann. Eine Marketing-Abteilung hat die Reifentochter in Amerika schon lange nicht mehr und auch ansonsten ist zur Entwicklung von Marken im Grunde rein gar nichts geschehen. In öffentlichen Verlautbarungen hat CEO Frangenberg festgehalten, er strebe eine Umsatzverdoppelung in den nächsten fünf Jahren an. Allerdings hat er weder einen Hinweis darauf gegeben wie das geschafft werden soll noch eine Erklärung, warum das denn seit der Akquisition im Jahr 1987 bis heute nicht möglich gewesen ist. Neuerdings behauptet das US-Management auch, in USA einer Mehr-Marken-Strategie zu folgen; die Namen der Marken wurden jedoch nicht genannt. Es hat den Anschein, dass General Tire, heute Continental General, in den USA von allen Versäumnissen des letzten Jahrzehnts gründlich eingeholt worden ist.

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