Sava Tires präsentiert neuen Sommerreifen “Effecta” – Erhöhung des Marktanteils in Westeuropa angestrebt

Der slowenische Reifenhersteller Sava – seit 1998 eine 60-prozentige Tochter des Goodyear-Konzerns – präsentierte Mitte März mit dem “Effecta” seinen neuen, in Zusammenarbeit mit der europäischen Konzernzentrale in Luxemburg entwickelten S-/T-Sommerreifen einer bunt gemischten Gruppe von Handelsvertretern. Der nicht laufrichtungsgebundene Nachfolger der “Exact”-Baureihe soll bis Juni diesen Jahres in insgesamt 28 Reifengrößen, die von 135/80 R12 68T bis hin zu 185/65 R15 88T reichen, auf den Markt kommen. Als besonderes Bonbon hatten die Veranstalter für die versammelte Händlerschaft zudem noch einen Besuch beim Finale des Skiflug-Weltcups im heimischen Planica vorgesehen. Man hatte sich viel vorgenommen, eine Präsentation im großen Stil sollte es werden: Insgesamt über 300 Reifenhändler aus 35 Nationen (!), darunter auch “Exoten” wie Island oder der Libanon, waren zur Vorstellung des neuen Sava-Produktes ins idyllisch gelegene Ferienörtchen Bled, wenige Autominuten von der Hauptstadt Ljubljana entfernt, gereist. Die deutsche Abteilung bestand aus ca. 50 Team-Mitgliedern. Die Marke Sava wird hierzulande in allen Segmenten (Pkw, Llkw, Lkw) exklusiv über Team vermarktet. ”Das Jointventure mit dem Mehrheitseigner Goodyear, das 1998 ins Leben gerufen wurde, zeigt erste Früchte”, so die Botschaft, die Savas General Manager Dick Johnson, vormalig Finanzchef Europa bei Goodyear, in seiner kurzen Grußadresse den Händlern mit auf den Weg gab. Bei dem neuen Reifen handelt es sich – das wird von den Verantwortlichen vor Ort besonders betont – um die erste neue Produktentwicklung seit der Goodyear-Übernahme vor knapp zwei Jahren. Er kommt direkt aus dem Forschungs- und Entwicklungszentrum in Luxemburg und soll demzufolge Goodyear-Technologie “state of the art” verkörpern. Das könnte schon ein gewichtiges Verkaufsargument für den Reifenhandel in westeuropäischen Breitengraden darstellen, wo der slowenische Traditionsname Sava durchaus nicht den Bekanntheitsgrad erreicht wie in Zentral- bzw. Osteuropa. So liegt der Marktanteil von Sava Tires im Heimatmarkt Slowenien beispielsweise bei satten 60 Prozent. In den Nachbarstaaten des ehemaligen Jugoslawiens beträgt er immerhin noch 30 bis 40 Prozent. In Westeuropa wird dagegen ein großer Nachholbedarf gesehen, die Marktanteile sind z.T. verschwindend gering, da Sava als Economy-Marke einfach nicht etabliert, nicht in den Köpfen der Endverbraucher präsent ist. Zudem tummeln sich in diesen sogenannten “Brot-und Butter-Segment” noch eine Vielzahl von Wettbewerbern aus Fernost, gegen die man sich erst einmal behaupten muss. Das Mit der Einführung des “Effecta” verbundene Hauptziel für Westeuropa lautet denn auch konsequenterweise: Erhöhung der “Brand-Awareness”, der Kunde soll sich bewusst für einen Sava entscheiden. Die Goodyear-Planung für 2000 sieht die Erreichung eines Sava-Marktanteils von 2,5 Prozent in großen westeuropäischen Ländern sowie vier Prozent in kleineren westeuropäischen Ländern (z.B. Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Portugal, Österreich sowie Schweiz) vor. Zudem soll ein höherer Rohertrag im westeuropäischen Durchschnitt erwirtschaftet werden. Umgesetzt werden soll dies sowohl über das Produkt selbst als auch flankierend mittels einer umfangreichen Werbekampagne, inklusive Radio- und TV-Spot. Zunächst zum neuen Reifen. Effecta mit moderner Technologie Für eine Neuentwicklung im Bereich Sommer-Standardreifen war es allerhöchste Zeit bei Sava – das Vorgängermodell “Exact” ist “in Ehren ergraut”, weil seit nunmehr zehn (!) Jahren auf dem Markt. Der Hersteller bescheinigt der neuen Effecta-Produktlinie zuvorderst ein “exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis”. Der Reifen soll sich zudem durch ein optimiertes Handling, eine hohe Aquaplaning-Sicherheit sowie einen geräuscharmen Lauf auszeichnen. Insbesondere in punkto Laufleistung soll er seinen langjährigen Vorläufer deutlich übertreffen. Wie wird dies im einzelnen erreicht? Zunächst soll die spezifische Kombination einer fortentwickelten Laufflächenmischung mit dem neuentwickelten Profildesign für eine optimale Haftung auf trockener und nasser Straße sorgen. Dabei verbessern laut Hersteller breite Doppel-Profilblöcke nicht zuletzt durch die radiale Ausrichtung ihrer Schultern das Nass-Handling. Im Zusammenspiel mit den variabel gestalteten Profilblock-Abständen sollen sie zudem das Abrollgeräusch sowie die Eigenvibration des neuen Effecta reduzieren. Vier Längsrillen – zwei davon markant in der Mitte der Lauffläche ausgeführt – zeichnen auf regennasser Fahrbahn gemeinsam mit den zahlreichen Querrillen für die effektive Drainage des Oberflächenwassers verantwortlich und sollen so das Aquaplaning-Risiko vermindern. Mit seinem computerberechneten Laufflächenmuster sowie dem festen Mittelsteg ermöglicht das neue Produkt nach Aussage des Herstellers zudem ein gutes Kurvenhandling sowie optimierte Richtungsstabilität bzw. Spurtreue. Die innere Reifenstruktur wurde hinsichtlich Stahlgürtel und Reifenwulst verbessert, so dass der neue Pneu nun eine höhere Radialbelastung beim Beschleunigen und Bremsen aufnehmen kann. Das Design der Lauffläche sowie die variablen Profilblock-Abstände sollen zudem die Laufleistung des Effecta signifikant erhöhen. So ergaben interne Studien einen Wert, der den des Vorgängers um mehr als 20 Prozent übertrifft. Derartige Ergebnisse überraschen allerdings kaum: In zehn Jahren hat sich – wie jeder weiß – doch einiges getan in puncto Reifenentwicklung. Last but not least soll sich die stabil ausgeführte Mittelrippe positiv auf das Einlenk- und Komfortverhalten sowie auf die Laufruhe des neuen Produktes auswirken. Der Effecta ist seit Mitte März in einigen Einführungsgrößen im Handel erhältlich. Bis Mitte Juni diesen Jahres soll die Angebotspalette des Reifens, der ausschließlich in den Geschwindigkeitsklassen “S” (bis 180 km/h) und “T” (bis 190 km/h) gebaut wird, mit insgesamt 28 Dimensionen komplettiert sein. Die Markteinführung wird von einer umfangreichen Werbekampagne begleitet. So verpasste man dem Reifen zunächst ein neues, zeitgemäßeres Logo auf die Seitenwand. Zudem wurde ein aufwendig gestalteter TV-Spot erstellt, in dem sehr effektvoll mit Kontrasten (schwarz-weiß, nass-trocken) gearbeitet wird. Botschaft: Auf einem virtuellen Schachbrett werden die Unwägbarkeiten unterschiedlicher Witterungsverhältnisse vom neuen Effecta-Reifen “Schach-Matt” gesetzt. Das kommt, ebenso wie die Print-Kampagne, die das Schachmotiv ebenfalls aufgreift, alles sehr gefällig daher. Die Sache hat nur einen Haken: In Deutschland – wie wohl auch den meisten westeuropäischen Nachbarstaaten – wird man diesen Spot niemals sehen können, weil seine Ausstrahlung schlichtweg nicht zu bezahlen wäre. Diese ernüchternde Tatsache wurde den anwesenden Team-Vertretern bereits an Ort und Stelle von Jochen Clahsen, Leiter Konzernmarken bei der Deutschen Goodyear GmbH in Köln, verdeutlicht. So wird der gut gemachte Spot wohl ausschließlich dem slowenischen Publikum vorbehalten bleiben. Ebenso die Radiowerbung. Das umfangreiche POS-Material, das in diesem Zusammenhang ebenfalls vorgestellt wurde, soll dem Handel kurzfristig zur Verfügung gestellt werden. Produktoffensive im Pkw- und Lkw-Bereich Der Produkt-Launch des Effecta ist lediglich als Teil einer großangelegten Überarbeitung, Erneuerung und Erweiterung der Sava-Produktpalette zu sehen, mit der die angestrebten Zielsetzungen mittelfristig umgesetzt werden sollen. So wurden den Händlern im Rahmen der umfassenden, zweistündigen Präsentation auch die weiteren geplanten Neueinführungen in gebotener Ausführlichkeit vorgestellt. Als da wären im Pkw-Sommerbereich der Nachfolger des “Rapidex R2”, eines Reifens der Geschwindigkeitsklasse H/V. Er soll bis Mitte 2001 auf den Markt kommen, über ein laufrichtungsgebundenes Profil und attraktives Seitenwand-Design verfügen und Verbesserungen in den Bereichen Trocken- und Nasshandling sowie Laufleistung aufweisen. Des weiteren wird der Nachfolger erstmalig auch in zwei 17-Zoll-Größen erhältlich sein. Die Team-Vertreter zeigten sich besonders über letztere Information erfreut, da sie schon seit langem das Fehlen entsprechender Dimensionen bei Sava beklagen. Bei Pkw-Winterreifen sind Nachfolger für den “Eskimo S2” sowie den bespikebaren “Eskimo S2 Ice” in Vorbereitung, die im folgenden Jahr bzw. im Jahr 2002 auf den Markt kommen sollen. Auch die Llkw-Produktlinie soll Ende 2001 bzw. Anfang 2002 komplett modernisiert sein. Besondere Aufmerksamkeit wurde auch dem (z.T. bereits recht angejährten) Lkw-Programm gewidmet, das in den kommenden zwei Jahren ebenfalls in seiner ganzen Bandbreite einer kompletten Überarbeitung unterzogen wird. Jeweils für Lenkachse, Antriebs- und Anhänger sollen die entsprechenden Nachfolgemodelle “Avant A3”, “Orjak O3” und “Cargo C3” in unterschiedlichen Dimensionen auf den Markt kommen. Letzterer macht dabei als erster komplett mit Goodyear entwickelter Reifen den Anfang. Zudem wird erstmalig eine Produktlinie mit 70er Querschnitt eingeführt, beispielsweise in den Dimensionen 315/70 R 22,5 sowie 305/70 R 22,5. Zudem sollen die neuen Modelle auch als 19,5-Zoll-Größen in den Dimensionen 245/70 R 19,5, 265/70 R 19,5 sowie 285/70 R 19,5 erhältlich sein. Neben einer zusätzlichen Produktlinie in 17,5 Zoll, befindet sich mit dem Modell “City” für den Stadteinsatz im Nahverkehrsbereich noch ein ganz neues Design in der Dimension 275/70 R 22.5 laut Plan unmittelbar vor der Markteinführung. Fazit: Viel Bewegung, aber der Weg bleibt steinig Bei Sava ist eine ganze Menge in Bewegung. Die anwesenden Händler zeigten sich denn auch sowohl vom Umfang der angestrebten Produktinnovationen als auch vom (mit einem gesunden Verständnis für das Machbare zusammengestellten) Rahmenprogramm, das seinen Höhepunkt im Besuch Skiflug-Veranstaltung in Planica fand, durchaus beeindruckt. Bei aller positiven Resonanz auf die Veranstaltung darf eines jedoch nicht vergessen werden: Der Weg für (Goodyear-)Sava, Marktanteile im westeuropäischen Ausland zu gewinnen, ist – trotz aller positiven Umstrukturierungen und Produktoffensiven – ein steiniger. Dies soll kurz an einem Beispeil verdeutlicht werden: Die bereits erwähnte Zielsetzung liegt bei einem Marktanteil von 2,5 Prozent in den großen westeuropäischen Ländern. In Deutschland entsprechen 2,5 Prozent Marktanteil in etwa einem Volumen von einer Million Reifen. Von einer derartigen Stückzahl dürften die deutschen Team-Betriebe – realistisch betrachtet – jedoch ein gewaltiges Stück entfernt sein. Zudem droht neue Konkurrenz im Economy-Segment für Sava, weil sich Team mit den von der Continental AG gefertigten “Team Star”-Pneus eine eigene Marke im Pkw- und Lkw-Bereich zulegt, die allerdings – im Gegensatz zur slowenischen Traditionsmarke – nur im Hofgeschäft vermarktet werden soll. Es bleibt abzuwarten, wie man bei Goodyear in Köln auf dieses Vorhaben von Team reagieren wird, ob Konsequenzen hinsichtlich der Exklusivvermarktung von Sava ins Haus stehen. Konkretes war hierzu bislang nicht zu erfahren.

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